Deutschland fährt besser mit einer Digitalisierung der Schulen

Gut gemachte digitale Bildung fördert die Chancengleichheit. – Lesen Sie hier, welche Herausforderungen bei diesem Thema auf uns zukommen und welche Lösungsangebote die INSM hat.

Herausforderung

Die Corona-Krise mit all ihren Folgen für die Bildung unserer Kinder in Kitas und Schulen hat bereits bestehende Ungleichheiten schonungslos aufgezeigt und sie noch verschärft. Einzelne Kinder wurden ganz abgehängt. Es fehlt zudem ein Überblick über den tatsächlichen Lernstand von Kindern und Jugendlichen. Das gilt nicht nur langfristig, sondern besonders auch kurzfristig für die Situation in und nach der Pandemie. In Deutschland sind die Potenziale, die die Digitalisierung im Bildungsbereich und hier vor allem an den Schulen bietet, groß. Dennoch wurden sie bisher trotz Corona-Krise noch nicht ausreichend genutzt.

Lösungsangebot

  • Lernangebote zum Stopfen der Lücken. Der Staat sollte möglichst rasch die Lernstände nach Corona erheben und diese gezielt mit Zusatzangeboten schließen. Dafür sind nach Berechnungen des IW rund 1,5 Milliarden Euro erforderlich. Vorstellbar sind Mentoring-Programme, Förderunterricht oder zusätzliche Lernmaterialien.
  • Mehr Vergleichsarbeiten. Um künftig die Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler besser vergleichen und gezielt fördern zu können, sollten mehr Vergleichsarbeiten stattfinden und die Evaluation computer- und informationsbezogener Kompetenzen ausgeweitet werden.
  • Digitalisierung der Schulen mit echter IT-Unterstützung. Damit die Digitalisierung nicht weiterhin an den Schulen vorbeizieht, braucht es in Deutschland 20.000 professionelle IT-Administratorinnen und IT-Administratoren, die die Schulen vor Ort mit Fachwissen unterstützen. Auch sollte die Lehrerschaft rasch verpflichtend weitergebildet werden.
  • Nicht allen Eltern ist es in gleichem Umfang möglich, ihre Kinder bestmöglich zu fördern. Sei es mit Hilfe bei den Schulaufgaben, einem eigenen ruhigen Arbeitsplatz im Homeschooling oder einem digitalen Endgerät. Gerade das verstärkt die Bildungsungleichheit in der Pandemie.
  • Vor der Pandemie nutzten nur 23 Prozent der Lehrerinnen und Lehrer in der Jahrgangstufe acht digitale Medien täglich im Unterricht.
  • Während der ersten Phase der Pandemie wurden digitale Lern- und Arbeitsplattformen nur von 45 Prozent der Lehrkräfte genutzt. Dabei bergen diese sowohl während des Fernunterrichts als auch in der Schule große Vorteile für den Unterricht.

Hausaufgaben nicht gemacht: Im Dezember bezeichneten nur 5 Prozent mehr Lehrkräfte als im März die Vorbereitung ihrer Schule auf den Distanzunterricht als gut.

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