Lunch-Diskussion: Ohne Wachstum fehlt was.
Wie kann Deutschland die aktuell längste wirtschaftliche Schwächephase der Nachkriegszeit überwinden? Diese Frage stand im Mittelpunkt der INSM Veranstaltung am 26. Januar, bei der Professor Dr. Stefan Kooths, Konjunkturchef des Kiel Instituts für Weltwirtschaft (IfW), den zweiten Teil seiner Studie „Wachstumseffekte und Wachstumshebel“ vorstellte. Unter der Moderation von Dr. Inga Michler diskutierten die Teilnehmenden darüber, welche wirtschaftspolitischen Reformen jetzt notwendig sind, um Wachstumskräfte zu stärken und die erheblichen Potenziale des Landes zu heben.
Bereits zu Beginn machte Kooths deutlich:
„Deutschland bleibt derzeit deutlich unter seinen Möglichkeiten.“ Die Wirtschaft schrumpfe oder stagniere, und ohne Wachstum drohten weniger Jobs, geringere Investitionen und ein schleichender Wohlstandsverlust. Unser Wohlstand, so Kooths, sei langfristig auf wirtschaftliches Wachstum angewiesen – und „die Zeit für Wachstum ist jetzt“.
Die im Gutachten analysierten Reformbereiche reichen von Sozialabgaben, Steuern, Rente und Gesundheit über Investitionsbedingungen und Bürokratieabbau bis hin zu Energie‑, Wohnungs- und Arbeitsmarktpolitik. Viele der diskutierten Maßnahmen zielen darauf ab, Anreize zu stärken und wirtschaftliche Aktivität zu erleichtern.
Unter diesen Gesichtspunkten wertet Prof. Kooths das derzeitige Regierungshandeln weitgehend kritisch, „eine klare Wachstumsagenda sei nicht erkennbar“. Positiv sei die geplante Senkung der Körperschaftsteuer, wobei diese zu spät komme. Allerdings habe die Regierung Maßnahmen beschlossen, die sich negativ auf das Wachstum auswirken, wie die Festschreibung des Rentenniveaus auf 48% bis 2031 oder das Tariftreuegesetz. Die Regierung müsse aber darüber hinaus ihren Blick weiten und beispielsweise das bislang kaum beachtete Energieeffizienzgesetz (EnEfG) abschaffen. Zudem würden die neuen fiskalischen Spielräume durch die Rekordverschuldung nicht ausreichend wachstumsfördernd eingesetzt werden.














