INSM Position Vermögenspolitik – Aufstieg ermöglichen, Vermögensaufbau stärken

Vermögensungleichheit ist nicht automatisch ein Problem. Entscheidend ist, wie Vermögensunterschiede entstehen und ob Aufstieg möglich bleibt. Die Soziale Marktwirtschaft muss mehr Menschen die Chance eröffnen, durch Arbeit, Sparen und unternehmerisches Risiko Vermögen aufzubauen. Dafür braucht es bessere Bildung, spürbar mehr Netto vom Brutto und einen leichteren Zugang zu Eigentum.

Vermögensungleichheit sachlich einordnen

Vermögen sind in Deutschland ungleich verteilt. Seit den 2010er Jahren hat sich die Vermögenskonzentration jedoch weitgehend stabilisiert oder leicht verringert. Zudem bleiben gesetzliche Rentenansprüche in klassischen Vermögensstatistiken unberücksichtigt. Bezieht man sie ein, fällt die gemessene Ungleichheit deutlich geringer aus.

Ein erheblicher Teil hoher Vermögen steckt in Unternehmen und finanziert Investitionen und Beschäftigung. Problematisch wird Vermögenskonzentration dort, wo politische Privilegien und abgeschottete Märkte bestehende Vermögen absichern.

Arbeit entlasten und Vermögensaufbau erleichtern

Wer aus eigener Arbeit Vermögen bilden will, braucht finanziellen Spielraum. Die angekündigte Einkommensteuerreform schafft davon zu wenig. Notwendig sind ein höherer Grundfreibetrag, ein flacherer Tarif und ein Spitzensteuersatz, der erst bei deutlich höheren Einkommen greift. Die kalte Progression muss dauerhaft und regelgebunden ausgeglichen werden.

Auch langfristiges Sparen muss attraktiver werden: Kursgewinne aus Kapitalanlagen sollten nach langer Haltedauer, etwa zehn Jahren, steuerfrei sein. Dividenden und kurzfristige Veräußerungsgewinne blieben steuerpflichtig. Beim erstmaligen Erwerb selbst genutzten Wohneigentums sollte die Grunderwerbsteuer entfallen. Einfachere Bauvorschriften und geringere Erwerbsnebenkosten machen die eigenen vier Wände für mehr Menschen erreichbar.

Aufstieg durch Bildung und Wettbewerb ermöglichen

Aufstieg darf nicht am Elternhaus scheitern. Kitas und Schulen mit schwierigen sozialen Ausgangsbedingungen brauchen gezielte Unterstützung. Das Startchancenprogramm sollte deutlich ausgeweitet und regelmäßig evaluiert werden. Frühzeitige Sprachförderung, verbindliche Lernstandserhebungen und eine bessere Berufsorientierung schaffen die Voraussetzungen für Bildungserfolg und beruflichen Aufstieg.

Weniger Bürokratie und schnellere Genehmigungen erleichtern es, Unternehmen zu gründen und eigene Ideen umzusetzen. Offene Märkte sorgen dafür, dass neue Anbieter etablierte Unternehmen herausfordern können. Vermögen muss sich immer wieder im Wettbewerb bewähren.

Kapitalbildung stärken – keine neue Vermögensteuer

Eine Vermögensteuer belastet bestehendes Vermögen, ohne die Ursachen problematischer Ungleichheit zu beheben. Sie bringt hohen Bewertungsaufwand und neue Bürokratie mit sich und droht Investitionen zu bremsen. Gute Vermögenspolitik öffnet mehr Menschen den Weg zu Eigentum, Kapitalmarkt und Unternehmertum. So erneuert sie das Aufstiegsversprechen der Sozialen Marktwirtschaft.

Was die INSM fordert: Mehr Chancen für Vermögensaufbau und Aufstieg

  • Vermögensungleichheit sachlich einordnen und Kapitalbildung stärken
  • Arbeitseinkommen spürbar entlasten und Grenzbelastungen senken
  • Langfristigen privaten Vermögensaufbau erleichtern
  • Bürokratie abbauen, Gründungen ermöglichen und Wettbewerb sichern
  • Bildung konsequent auf Aufstieg ausrichten
  • Keine neue Vermögensteuer einführen
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