INSM-Position Kranken- und Pflegeversicherung
Das 40-Prozent-Ziel bei den Sozialversicherungsbeiträgen rückt in immer weitere Ferne. Dadurch wird Arbeiten und Investieren in Deutschland immer unattraktiver, was Wohlstand und die Finanzierung von sozialen Sicherungssystemen nachhaltig bedroht.
Der Gesamtsozialversicherungsbeitrag, bestehend aus Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung, liegt im Jahr 2026 bei 42,96 % der beitragspflichtigen Einkommen nach 42,5 % im Jahr davor (IGES Institut [IGES], 2025, S. 5 sowie Handelsblatt, 2026) – getrieben vor allem durch Ausgaben-Ausweitungen und den Renteneintritt der Babyboomer (IGES, 2025, S. 7). In einer Projektion bis 2035 steigt der Gesamtsozialversicherungsbeitragssatz auf 48,8 % im Basisszenario, auf 45,6 % bei günstiger Entwicklung und auf 53,0 % im ungünstigsten Fall (IGES, 2025, S. 21).
Besondere Dynamik zeigt sich aktuell in der Krankenversicherung (GKV). Im Basisszenario steigt der GKV-Beitragssatz bis 2035 auf 20,0 %, im ungünstigsten Fall sogar auf 22,6 % (IGES, 2025, S. 11).

Auch die soziale Pflegeversicherung (SPV) ist von erheblichen Finanzierungsproblemen und absehbar starken Beitragssteigerungen betroffen. Bis 2035 wird im Basisszenario ein Beitragssatz von 4,5 % erwartet, im ungünstigsten Fall steigt dieser auf knapp 5,2 % (IGES, 2025, S. 14). Damit würde der Beitragssatz gegenüber dem aktuellen Niveau von rund 3,8 % im Jahr 2025 deutlich ansteigen (IGES, 2025, S. 14).

Unsere Forderungen zur Krankenversicherung:
- Umfassende Verwaltungsmodernisierung, inklusive Digitalisierung des Systems sowie Zusammenlegen weiterer Krankenkassen.
- Zügiges Umsetzen des Primärarztsystems für wirksame Patientensteuerung
- Moderate Eigenbeteiligung oder Praxisgebühr von 10 Euro je Praxisbesuch für mehr Kostenbewusstsein bei den Versicherten
- Einführung von Selektivverträgen von Krankenkassen und Leistungserbringern
- Beschränkung der paritätischen Beitragsfinanzierung auf die durch diese Maßnahmen günstigere Basis-Versorgung
- Konsequente Steuerfinanzierung versicherungsfremder Leistungen
Unsere Forderungen zur Pflegeversicherung:
- Beibehaltung der Pflegeversicherung als Teil-Risikoversicherung
- Einführung einer einjährigen Karenzzeit
- Einführung eines Nachhaltigkeitsfaktors analog zur Rentenversicherung
- Streichung des Entlastungsbetrags sowie die Begrenzung des Leistungszuschlags auf Heimbewohner, die länger als 24 Monate in einem Heim leben
- Konsequente Steuerfinanzierung versicherungsfremder Leistungen
- Verbesserung der Rahmenbedingungen für ergänzende private Pflegevorsorge
- Ergreifen präventiver Maßnahmen („aktivierende Pflege“ oder „Reha vor Pflege“), um erwartbare Pflegebedürftigkeit der Babyboomer ab Mitte der 2030er Jahre zu verringern
Quellenverzeichnis:
Handelsblatt (2025): Sozialsysteme auf der Kippe, 6. August 2025, S. 4.
Handelsblatt (2026): Krankenversicherung: 42 Krankenkassen erhöhen Beiträge – Millionen zahlen mehr.
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