INSM-Position Klimapolitik – Für wirksamen globalen Klimaschutz
Der Klimawandel ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. International herrscht breite Einigkeit über die Notwendigkeit tiefgreifender Reformen (Vereinte Nationen, 2024). Dennoch besteht eine große Lücke zwischen dem politischen Anspruch, den Klimawandel zu begrenzen, und der tatsächlichen Umsetzung. Denn noch immer steigt weltweit der CO₂-Ausstoß.
Warum globaler Klimaschutz scheitert
Klimaschutz ist ein internationales Kooperationsproblem. Zwei ökonomische Herausforderungen liegen dem zugrunde:
- Negative externe Effekte: Die Kosten des Verschmutzens tragen nicht diejenigen, die Emissionen verursachen.
- Trittbrettfahrerverhalten: Wenn ein Land Klimaschutz betreibt, profitiert die ganze Welt – das schafft Anreize, sich nicht zu beteiligen.
Das Ergebnis: Zwar werben Regierungen weltweit für Klimaschutz, doch konkrete Maßnahmen bleiben oft aus oder beschränken sich auf ineffiziente ordnungsrechtliche Vorgaben.
Europa als Vorreiter – mit geringem globalem Effekt
Eine wichtige Ausnahme bildet Europa. Die EU verfolgt das Ziel der Klimaneutralität bis 2050 und setzt dabei auf ein effizientes Emissionshandelssystem (EU ETS).
Doch weil viele andere Weltregionen kaum ambitionierten Klimaschutz betreiben, bestehen zwei zentrale Probleme:
- Der steigende CO₂-Preis belastet die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Unternehmen. Das führt zu Produktionsverlagerungen in Länder mit niedrigen Energiepreisen und Umweltstandards.
- Emissionen werden regional, aber nicht global eingespart. Die Abwanderung der Industrie lässt die Emissionen in Europa sinken, führt aber dazu, dass in anderen Regionen deutlich mehr ausgestoßen wird.
Die Konsequenz dieses Alleingangs: europäischer Wohlstandsverlust, ohne signifikante Fortschritte im globalen Klimaschutz.
Was sich ändern muss im Klimaschutz
Für wirksamen Klimaschutz braucht es marktwirtschaftliche, global wirksame Instrumente, die Emissionen reduzieren. Das Ziel ist, die europäische Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten und Klimaschutz international attraktiv zu machen.
Forderungen der INSM: Dreisatz für den Klimaschutz
- Globaler Emissionszertifikatehandel zur verbindlichen und effizienten Begrenzung von CO₂-Emissionen
- Reziproker Klima-Club für faire internationale Koordinierung und die Vermeidung von Wettbewerbsnachteilen in Europa
- Gezielte Investitionen in Klimaanpassung, um unvermeidbare Folgen des Klimawandels auf nationaler Ebene abzufedern
Quellen
- Hesse (2026, Veröffentlichung folgt in Kürze): Increasing the Resilience of the EU Emissions Trading System through Rules-Based Reciprocity and Internationalisation, Denkfabrik R21.
- Global Commission on Adaptation (2019): Adapt Now: A global call for leadership on climate resilience
- Our World in Data (2026): Annual CO₂ emissions by world region
- Umwelt Bundesamt (2025): EU-Emissionshandel verstehen
- Vereinte Nationen (2024): Global survey reveals ‘truly astonishing’ consensus for stronger climate action












