INSA Umfrage: Wirtschaftspolitik und Regierungszufriedenheit
In Zusammenarbeit mit dem Meinungsforschungsinstitut INSA hat die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft eine Umfrage zu den wichtigsten politischen Anliegen und einer Beurteilung der aktuellen Wirtschaftspolitik erstellt. Bei den Themen Rente, Gesundheit und Migration sehen die Menschen den dringendsten Handlungsbedarf. In Bezug auf die wirtschaftspolitische Lage herrscht unabhängig von Alter und politischer Einordnung Einigkeit: Sie ist nicht zufriedenstellend und es braucht unbedingt Reformen. Eine erklärbare Lücke klafft zwischen dem Wunsch nach Reformen und der Bereitschaft persönliche Einschnitte in Kauf zu nehmen. Anstatt an seinen Bürgern, sollte der Staat lieber an sich selbst sparen.
Hier die Ergebnisse im Detail:
1. Handlungsbedarf in den einzelnen Politikfeldern
Auf die Frage, um welche Themen sich die Politik am stärksten kümmern sollte, sprachen sich 43 Prozent der Befragten für das Thema Rente aus. 41 Prozent nannten Gesundheit und Pflege sowie 39 Prozent Migration. Umwelt und Klima lag mit 27 Prozent auf dem vorletzten Platz, nur Energie erhielt noch weniger Stimmen. Dass Rente trotz der kürzlich umgesetzten Rentenreform Platz 1 belegt, ist ein Hinweis darauf, dass die Regierung selbst in den Bereichen, wo sie etwas tut, noch keine zufriedenstellende Arbeit leistet. Insgesamt deckt sich der Drang nach Reformen mit der Unzufriedenheit in den jeweiligen Politikfeldern. 78 Prozent sind mit der Rente eher und sehr unzufrieden und gerade einmal 17 Prozent sind zufrieden. Knapp dahinter liegen die Bereiche Steuern und Finanzen (76 %), Gesundheit und Pflege (74 %) sowie Bürokratieabbau und Staatsmodernisierung (74 %).

2. Bewertung wirtschaftspolitischer Arbeit
Die Menschen in Deutschland sehen die Wirtschaftspolitik der Bundesregierung überwiegend kritisch. 54 Prozent der Befragten bewerten die aktuelle Wirtschaftspolitik als schlecht oder sehr schlecht. Nur 19 Prozent als sehr oder eher gut. Der negative Blick wird von den Anhängern fast aller Parteien geteilt, lediglich bei den Unionsanhängern gibt es ein etwas optimistischeres Bild mit 40 Prozent Zustimmung (29 Prozent negativ). Im Hinblick auf die steigende Arbeitslosigkeit, niedrige Wachstumsraten und ausbleibende Reformen überrascht dieses Ergebnis nicht. Die Folgen unzureichender Wirtschaftspolitik lassen sich nicht mehr nur in Zahlen und Statistiken bemessen, sondern sind im Alltag des einzelnen Bürgers spürbar.

3. Wunsch nach Reformen
Die Bürger erwarten von der Regierung weitreichende Reformen, um Deutschland wieder auf Wachstumskurs zu bringen. Eine Mehrheit von 71 Prozent der Befragten spricht sich für solche Reformen aus. Bemerkenswert ist dabei die parteiübergreifende Einigkeit: Sogar unter den Anhängern der Linken fordern 63 Prozent grundlegende Korrekturen am Wirtschaftsstandort Deutschland. Die Botschaft der Wähler ist eindeutig: Ein „Weiter so“ darf es nicht geben. Da verschiedenste Regierungspolitiker, nicht zuletzt Kanzler Merz, diesen Eindruck teilen, stellt sich die Frage, weshalb darauf noch immer keine Taten folgen.

4. Aufopferungsbereitschaft der Bürger
Wie schwierig solche Reformen, die grundsätzlich von einer großen Mehrheit befürwortet werden, durchzusetzen sind, zeigt die Frage nach der persönlichen Bereitschaft, selbst spürbare Einschnitte wie weniger staatliche Leistungen oder höhere Eigenbeteiligungen in Kauf zu nehmen. Nur 33 Prozent der Befragten wären zu solchen Opfern bereit, während 55 Prozent persönliche Einschränkungen ablehnen. Ausgerechnet die von Älteren oft kritisierte Generation Z der 18- bis 29-jährigen ist die einzige Altersgruppe, in der eine relative Mehrheit von 46 Prozent zu persönlichen Einschnitten bereit ist, während sie nur 38 Prozent ablehnen. Im politischen Spektrum stechen die Anhänger der Union hervor. Sie sind die einzige Gruppe von Parteianhängern, die sich mehrheitlich (53 Prozent) bereit erklärt, für echte Reformen auch persönliche Einschnitte in Kauf zu nehmen.
Der Widerspruch zwischen dem Wunsch nach Reformen und der mangelnden Bereitschaft eigene Opfer zu bringen, lässt sich leicht auflösen. Denn es gibt genügend Einsparungspotenziale, die den durchschnittlichen Bürger weitestgehend unberührt ließen. Beispiele sind die Entbürokratisierung und Verschlankung von Behörden sowie die Streichung etlicher Unternehmenssubventionen und NGO-Förderungen.

Die Umfrage der Zufriedenheit mit der Wirtschaftspolitik und den Reformen fand zwischen dem 13. und dem 16. Februar 2026 statt. Es wurden 2002 Personen online befragt. Die Umfrage zu den wichtigsten Themenfeldern und der Zufriedenheit in diesen Themenfeldern fand online vom 9. bis 10. Februar unter 1000 Personen aus Deutschland statt.
Fazit:
Experten, Bürger und Politiker sind sich also durchweg einig: Die Regierung tut wirtschaftspolitisch bisher zu wenig und es braucht jetzt Reformen. Insbesondere in den Bereichen Rente, Gesundheit und Migration. Dabei dürfen die Kosten dieser Reformen nicht einfach auf den sowieso schon zu stark belasteten Bürger umgewälzt werden. Der Staat muss stattdessen anfangen, bei sich selbst zu sparen. Es wird Zeit diesen Appell als akuten Handlungsauftrag wahrzunehmen und endlich die versprochenen Reformen umzusetzen. Nur durch wirtschaftliches Wachstum werden wir unseren Wohlstand nachhaltig aufrechterhalten können. Unser Wachstumsprogramm bietet hierfür umfangreiche Reformvorschläge.
INSM-Newsletter
Melden Sie sich für unseren Newsletter an und bleiben Sie immer informiert über aktuelle Wirtschaftsthemen in Deutschland.















