Der Economic Freedom Index misst die wirtschaftliche Freiheit anhand von fünf Bereichen, die jeweils aus weiteren Komponenten bestehen: (1) Größe des Staates,
(2) Rechtssystem und Eigentumsrechte, (3) Stabiles Geld, (4) Freiheit des internationalen Handels, und (5) Regulierung. Jede der insgesamt 45 Komponenten wird auf einer Skala von 0 bis 10 bewertet, wobei 10 die höchste wirtschaftliche Freiheit anzeigt.
Die Autoren des Berichts weisen darauf hin, dass die einzelnen Bereiche und ihre Komponenten nicht isoliert voneinander die wirtschaftliche Freiheit bestimmen. Vielmehr wirken sie zusammen wie Räder, Motor, Getriebe, Antriebswelle und Rahmen eines Autos. So wie diese verbundenen Teile es einem Fahrzeug ermöglichen, sich fortzubewegen, entsteht auch wirtschaftliche Freiheit erst durch das Zusammenspiel eines auf seine Kernaufgaben konzentrierten Staates, einer schlanken Regulierung, eines funktionierenden Rechtsstaats, einer stabilen Währung und offener Märkte. Walter Eucken nannte dies die Interdependenz der Ordnungen.
Deutschlands wirtschaftliche Freiheit schneidet im Vergleich zu anderen Industriestaaten höchstens durchschnittlich ab. Vergleichsweise gut schneidet noch immer unser Rechtssystem und der Schutz der Eigentumsrechte ab (Platz 13im Vergleich von 165 Ländern). Förderlich für die wirtschaftlicher Freiheit sind insbesondere unsere weitgehend unabhängige und unparteiische Justiz. Doch mit -0,5 Punkten hat sich Deutschland seit 2013 beim Rechtssystem und dem Schutz der Eigentumsrechte am meisten verschlechtert. Besonders Immobilieneigentum wird in Deutschland nicht mehr so gut geschützt wie noch vor zehn Jahren. Mit der Freiheit des internationalen Handels hat sich die wirtschaftliche Freiheit nur in einem von fünf Bereichen in den letzten zehn Jahren verbessert.