Blick nach vorn: Regierungsentwurf 2026
Im Koalitionsvertrag war ein Abbau der Bundesstellen um acht Prozent vereinbart worden – rund zwei Prozent pro Jahr. Angesichts des verspäteten Beschlusses des Haushalts 2025 ließe sich noch Nachsicht walten lassen. Spätestens im Regierungsentwurf 2026 hätte die Trendwende jedoch sichtbar werden müssen.
Der Entwurf für 2026 veranschlagt jedoch 304.784 Stellen, davon 204.802 Beamte und 99.982 Angestellte. Gegenüber 2024 bedeutet das ein Plus von 6.644 Stellen bzw. +2,2 %. Innerhalb dieser Gesamtsumme entfällt der Zuwachs auch auf die obersten Bundesbehörden: Dort entstehen 187 zusätzliche Stellen gegenüber 2024. Selbst gegenüber dem beschlossenen Haushalt 2025 konnte kein Abbau erzielt werden – vielmehr sind für 2026 noch einmal 4.946 Stellen mehr eingeplant. Von einem Abbau kann keine Rede sein – die Verwaltung wächst weiter.
Lediglich in den Ministerien lässt sich ein leichter Rückgang erkennen: Der Entwurf sieht dort 346 Stellen weniger als 2024 vor (-1,3 %). Diese Zahl relativiert sich allerdings, da das neu gegründete Digitalministerium in den Haushaltsplänen 2025 und 2026 noch nicht voll berücksichtigt ist.
Auch bei den Kosten zeigt sich keine Korrektur: Die SOLL-Personalkosten für 2026 liegen mit 46,19 Mrd. Euro um +2,7 % über dem Niveau von 2024.