Der INSM-Ökonomenblog bietet Einblicke in die Denkweisen und Analysen renommierter Wirtschaftsexperten. Hier diskutieren Fachleute aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft aktuelle Themen rund um Soziale Marktwirtschaft, Digitalisierung und Nachhaltigkeit.

Künstliche Intelligenz verändert unsere Welt in rasantem Tempo – von der Medizin über die Wirtschaft bis in unseren Arbeitsalltag. Zwischen faszinierenden Innovationen und tiefgreifenden Umbrüchen schwankt die öffentliche Debatte dabei zwischen Heilsversprechen und Untergangsszenario. Die zentrale Frage: Wird KI zur treibenden Kraft für Fortschritt – oder zur größten Herausforderung unserer Zeit?


Die Jobcenter sind in Deutschland dafür verantwortlich, die Empfänger von Bürgergeld oder demnächst der „neuen Grundsicherung“ zu betreuen. Das heißt, sie berechnen und zahlen Leistungen aus und kümmern sich um die Vermittlung in Arbeit. Sie werden in zwei verschiedenen Modellen betrieben: Erstens von Arbeitsgemeinschaften aus Arbeitsagen-tur und Kommune („gemeinsame Einrichtungen“) und zweitens ausschließlich von der Kommune („kommunaler Träger“). Welches Modell ist besser?


Volkes Seele kocht: Nach Ausbruch des Irankrieges sind die Preise für Kraftstoffe innerhalb weniger Tage explodiert. Die Ursachen hierfür sind vielfältig. Erstens sind die Preise für Rohöl massiv gestiegen, von rund 70 auf über 100 US-Dollar pro Barrel (159 Liter), weil der Iran als Reaktion auf die Angriffe der USA und Israels die Straße von Hormus blockiert — ein Nadelöhr im Persischen Golf, durch das täglich etwa ein Fünftel des globalen Ölangebots transportiert wird. Entfällt eine so große Angebotsmenge, hat das große Auswirkungen, obwohl Deutschland kaum Rohöl aus der Golfregion importiert, denn die Rohölpreise steigen weltweit an.


Die Gewerbesteuer ist kein Standortvorteil mehr, sondern ein Bremsklotz. Sie belastet Unternehmen, schwächt Investitionen und trifft am Ende auch die Kommunen selbst.


Ein Blick auf die Geschichte der Klimadiplomatie zeigt, warum die weltweite Klimapolitik trotz immer ambitionierterer Ziele so wenig „durchschlägt“. Die erste Weltklimakonferenz startete 1979 in Genf noch vorsichtig und wissenschaftsnah, mit überschaubaren Teilnehmerzahlen und ohne Heerscharen an Lobbyisten und Aktivisten, die heutige Klimakonferenzen prägen. In den 1990er Jahren nahm die Sache langsam Fahrt auf: Mit dem Kyoto-Protokoll (1997) wurden erstmals Emissionsminderungen für Industrieländer verbindlich zugesagt – Schwellen- und Entwicklungsländer blieben jedoch außen vor.


Die FDP und Wirtschaftsverbände wie der BDI fordern seit Längerem eine Verschiebung des deutschen Ziels der Treibhausgasneutralität vom Jahr 2045 auf das Jahr 2050, dem Jahr, in dem auch in der Europäischen Union die Klimaneutralität erreicht werden soll. Für diese Forderung gibt es zahlreiche gute Gründe, allen voran enorme Kosteneinsparungen in Milliardenhöhe.


In kaum einem Land ist der Begriff der Sozialen Marktwirtschaft so tief verwurzelt wie in Deutschland. Generationen verbinden mit ihm Wohlstand, Aufstiegsmöglichkeiten und soziale Sicherheit. Doch was einmal als Garant für individuelle Freiheit und wirtschaftliche Dynamik galt, droht heute unter einem dichten Geflecht aus Regulierungen, Subventionen und Bürokratie zu ersticken.


Für den Wohlstand in unserem Land wäre eine bessere Wirtschaftspolitik wohl der wichtigste Vorsatz für das neue Jahr. Aber wie erreichen wir Einigkeit über notwendige, oft schmerzhafte Reformen? Eine Politik der spontanen Einzelmaßnahmen, geleitet von Stimmungen und Intuition, würde uns nur noch tiefer in die Hayek’sche Knechtschaft treiben. Die Zeit ist reif für eine Generalrevision unserer wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Diese große Reform beginnt mit einer Vision.


An der Windkraft scheiden sich die Geister: Einerseits wird der Bau von Windkraftanlagen für das Gelingen der Energiewende als unverzichtbar angesehen. Andererseits wird gegen den Bau von Windkraftanlagen häufig erbitterter Widerstand geleistet.


Gut gemeint, schlecht gemacht: Wenn der Staat zugleich Schiedsrichter und Mitspieler ist, leidet die Qualität – und private Initiative wird verdrängt. Ob auf der Autobahn, in der Stadt oder auf der Schiene: Vier Beispiele zeigen, wie staatliche Regulierung und eigene Angebote den Wettbewerb verzerren und die Mobilitätswende ausbremsen.


Wer genau wissen will, wie wichtig wirtschaftliche Freiheit gerade für die ärmsten Menschen dieses Planeten ist, kann im jährlichen Economic Freedom Report des Fraser Instituts nachlesen. Dem neusten Bericht zufolge war 2023 – dem letzten Jahr, für das Daten vorliegen – die wirtschaftliche Freiheit in Hongkong, Singapur, Neuseeland, Schweiz und den USA am größten, am niedrigsten in Ländern wie Iran, Sudan oder Venezuela.


Seit über 75 Jahren prägt die Soziale Marktwirtschaft die Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung der Bundesrepublik. Sie genießt breite Zustimmung, steht aber vor großen Herausforderungen. Klimawandel, technologischer Fortschritt und Digitalisierung, globaler Wettbewerb auf Märkten und zwischen Systemen, Kriege und Alterung erfordern Anpassungen von Gesellschaft, Politik und Wirtschaft. Ist das Konzept der Sozialen Marktwirtschaft noch zeitgemäß? Im Rahmen eines Gutachtens für das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (Necker et al. 2025) untersuchen wir in vier Handlungsfeldern, ob die Prinzipien der Sozialen Marktwirtschat noch Gültigkeit haben und welche Anpassungsbedarfe im Licht aktueller Herausforderungen bestehen.


Bei der Debatte um die Finanzierung des Sozialstaats und insbesondere der Sozialversicherungen wird von mehreren Seiten auf kommende Produktivitätssteigerungen verwiesen, die je nach Couleur dazu genutzt werden sollen, z.B. die Renten zu erhöhen oder die Beitragssätze zu stabilisieren, wobei die grundsätzliche Idee ist, dass die steigende Produktivität einen größeren Kuchen backt, der dann zwischen Beitragszahlern und Leistungsempfängern verteilt werden kann.


Besser viel zu spät als nie! Jahrzehntelang hat die Politik Nutzen und Kosten des Ausbaus der Erneuerbaren nicht hinterfragt. Schlimmer noch: Die Politik hatte gar kein Interesse an einer Kostenbilanzierung gezeigt, wie der Bundesrechnungshof wiederholt bemängelt hat. Mit dem am 15. September 2025 veröffentlichten Monitoringbericht zur Energiewende wurde zwar noch immer keine Kostenbilanz gezogen.


Mit dem Haushalt 2025 und dem Regierungsentwurf 2026 wächst die Verwaltung weiter – entgegen dem Koalitionsvertrag. Mehr Beamte bedeuten höhere Kosten, mehr Regulierung und zusätzliche Bürokratie für Bürger und Unternehmen.