Wir wollten wissen, wie die Deutschen beim Thema Soli ticken und haben deshalb bei Civey repräsentative Umfragen in Auftrag gegeben. Das Ergebnis ist ziemlich eindeutig: Drei von vier Deutschen sind der Meinung, dass mit dem Ende des Solidarpakts auch der Soli hätte abgeschafft werden sollen.
Zur Erinnerung: Eingeführt wurde der Soli, um den außerordentlichen Finanzbedarf des Bundes zur „Vollendung der Einheit“ zu finanzieren. Wie am Auslaufen des Solidarpakts II Ende 2019 erkenntbar ist, besteht dieser Finanzbedarf seit dem 1. Januar nicht mehr.
Die Deutschen haben zudem eine klare Vorstellung darüber, was passieren soll, falls das Bundesverfassungsgericht entscheidet, dass der Soli seit Jahresanfang zu Unrecht erhoben wird. Mehr als drei Viertel der Deutschen sind der Ansicht, dass sie dann ihr Geld zurückbekommen sollen.
Dies würde den Staat teuer zu stehen kommen. Der Bund wird dieses Jahr voraussichtlich rund 20 Milliarden Euro mit dem Soli einnehmen – Geld, das eigentlich den Bürgern gehört. Der Bund sollte für den Fall einer Rückzahlungsaufforderung, etwa durch das Bundesverfassungsgericht, dafür Vorsorge treffen.
Bereits im laufenden Jahr könnten die Finanzämter den Soli-Protest der Bevölkerung zu spüren bekommen: Laut Civey-Umfrage können sich 4 von 10 Deutsche vorstellen, dieses Jahr beim Finanzamt gegen die Zahlung des Solidaritätszuschlags Einspruch einzulegen.