Bildung Die Gebühren polarisieren: 10 Argumente

Seit Jahren streiten Gegner und Befürworter über Studiengebühren. Dabei nutzen beide Seiten zum Teil die gleichen Argumente für ihre Position.

von Ronald Voigt

Mit diesen Argumenten lehnen die Gegner Gebührensysteme ab:

Gegner der Studiengebühren
  • Gegner der Studiengebühren

1. Fehlende Chancengerechtigkeit
Durch die Gebühren würden vor allem Studenten aus sozial schwächeren Verhältnissen benachteiligt. Nur noch wenige von ihnen könnten sich die Aufnahme eines Studiums leisten. Gleiche Bildungschancen wären damit nicht mehr gegeben. 

2. Rückgang der Zahl der Studierenden
Aufgrund der finanziellen Belastung könnten Hochschulzugangsberechtigte von der Aufnahme eines Studiums absehen. So drohe ein Rückgang der Studentenzahl und damit einen sinkenden Anteil von Akademikern in der Bevölkerung. 

3. Keine Verbesserung der finanziellen Lage der Hochschulen
Studiengebühren führten nicht zwangsläufig zu einem höheren Budget der Hochschulen. Vielmehr stehe zu befürchten, dass der Staat im Gegenzug die Mittel kürzt. 

4. Steigende Studiendauer
Durch die Studiengebühren seien viele Studenten auf zeitintensive Nebenjobs angewiesen. Dies habe zur Folge, dass sich die Studiendauer eher verlängern als verkürzen werde. 

5. "Ökonomisierung" des Studiums
Die Entscheidung für eine Studienfach oder -Ort könnte für viele Studenten eine rein ökonomische werden. Die persönlichen Interessen und Neigungen könnten in den Hintergrund treten. 

Mit diesen Argumenten streiten die Befürworter für Gebührensysteme:

1. Bessere Verteilungsgerechtigkeit
Durch die Studiengebühren würden nichtakademische Steuerzahler entlastet, weil der Taxifahrer jetzt nicht mehr das Studium des Arztsohns mitfinanziere. Dies sorge für mehr Verteilungsgerechtigkeit, weil jetzt vor allem diejenigen für die Hochschulen zahlten, die auch von ihnen profitierten. 

2. Qualitätsverbesserung
Studenten wählten ihre Hochschule bewusster nach Leistung aus, wenn sie für ihr Studium zahlten. Die "Kunden" sorgten so für eine verstärkte Konkurrenz- und Wettbewerbssituation unter den Unis, die zu einer Qualitätsverbesserung der Lehrbedingungen beitragen werde. 

3. Verbesserung der Forschung
Der steigende Wettbewerbsdruck führe an den Hochschulen zu deutlichen Effizienzsteigerungen und größeren Anstrengungen in Forschung und Lehre. Dies trage auch international zu einer besseren Position im Kampf um kluge Köpfe und Konzepte bei. Zugleich stiegen so die Chancen auf Drittmittel. 

4. Kürzere Studiendauer
Wenn für das Studium Gebühren anfielen, steige auch die Motivation der Studenten, ihr Studium zügig zu beenden. Zudem wachse so der Druck auf Langzeitstudenten einen Abschluss zu machen. 

5. Verbesserung der finanziellen Lage der Hochschulen
Die Einnahmen in Millionenhöhe würden die teils maroden Haushalte der Hochschulen deutlich entlasten. Durch mittel- oder langfristige Verträge mit dem Staat könnten auch Kürzungen öffentlicher Mittel verhindert werden.